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Erste unfreiwillige Gehversuche
elfy
elfy wrote in lost_kingdom_09
"Hm? Was denn? Dich?", lächelte er noch müde.
"Ne Kruste, oder so."
Mika tastete danach.
Es war seitlich hinter seinem Hals, nichts sehr auffälliges. "Hm..." Er runzelte die Stirn. Konnte ein unbewusst aufgekratzter Pickel oder sowas sein, obwohl er mit denen zum Glück normalerweise keinerlei Ärger hatte.

Er spürte Divos weiche Lippen an seinen, den schmalen Körper unter seinem, wie er halb auf dem schwarzen Geschöpf lag, die Hände um das Gesicht des hübschen Wesens gelegt, das Knie zwischen ihren Beinen. Ihre Arme waren um seinen Nacken gelegt und ihrer beider Zungen umschmeichelten sich. Wo Divos Schenkel gegen seine Körpermitte drückte, brannte es.
Pling....

Er saß auf dem Bett, tastete nach dem Punkt auf seinem Hals und sah in Divos verschlafenes Gesicht unter dem wirren Haar und verspürte ... Lust. Ungerichtete, gierige Fleischeslust. Mika lehnte sich vor und küsste sie und zwar nicht eben zögerlich. Er zupfte an ihren Lippen, bat recht direkt und fordernd um Einlass.
Divo war überrascht, das konnte man nicht anders sagen. Sie öffnete die Lippen, vielleicht auch, um etwas zu sagen, zu fragen - aber nichts dergleichen. Hingebungsvoll erwiderte sie den Kuss. Mika merkte, wie dieser Impuls, der irgendwie von der Berührung dieses Mals an seinem Hals ausgegangen war, nachließ. Aber natürlich ... war es schön, dieser Kuss, dieses Vertrauen.

Schön - und doch schreckte Mika auf einmal wieder zurück, sah Divo überrascht und verwirrt an. Was war hier los?! Sein Herz klopfte ziemlich und verdammt, warum mussten Männerkörper gleich so direkt und offensichtlich reagieren?
Divo blinzelte verwirrt, sah ihn an - verwirrt und vielleicht sogar verletzt. Mika schluckte, wirkte ebenso verwirrt, wenn nicht noch mehr. "Es, ich, ich wollte... dich nicht so überfallen...", stammelte er, wurde rot.
"Hast du ... nicht ... ", antwortete sie leise.
Etwas unsicher leckte er sich über die Lippen, atmete durch. "Ich würde gerne... kannst du... fass noch mal da hin, wo du eben warst..."

Schlanke Finger glitten über seinen Hals, berührten das Mal und noch einen weiteren Punkt ... und er war so heiß!
Was erstmal zu einem erneuten, überfallartigen Kuss führte. Sie keuchte auf, presste sich an ihn - dabei glitten ihre Finger von seinem Hals und dieses gierige Verlangen ließ nach. Vielleicht dauerte dieser Kuss auch ein wenig länger, bevor Mika doch wieder Abstand nahm.
"Mika ... was soll das?" fragte sie, und es schien als schimmerten Tränen in ihren Augen.
"Ich, ich ... es tut mir leid, Divo, ich, ich, ich will dich nicht verletzen..." Er nahm ihre Hände. "Ich hab dich sehr gern, aber hier passiert grade was, was ich nicht einordnen kann..."
"Und was sollte das sein?", murrte sie.
"Verdammt, Divo, ich hab noch nie jemanden geküsst!"
"Hast ... hast du nicht?" Sie lachte auf. "Oh Mika ... dann bist du ein Naturtalent." Sie wischte sich über den Augenwinkel.
Er seufzte, ihm war das peinlich, weshalb er rot war. Genauso peinlich war ihm der Ständer, den er hatte. "Nein, hab ich nicht", murmelte er. Ihr Oberschenkel drückte gegen diesen Ständer - ganz leicht.
"Und ... und jetzt ...küsst du mich, obwohl du es eigentlich gar nicht willst? Oder was?"
Das ließ ihn nur noch röter werden.
"Ich hab dich sehr gern, aber wie ich schon mal sagte, ich bin nicht ... nicht so schnell in solchen Dingen. Was eben passiert ist hängt mit
dem... mit dem Ding da an meinem Hals zusammen." Was ihn sehr unglücklich machte, denn dafür gab es keine logische Erklärung.
Sie atmete durch, rückte etwas ab. "Wenn das so einen Einfluss auf dich hat, dann sollten wir uns vielleicht mal darum kümmern. Als erstes." Sie rieb sich nochmal über die Augen, glitt vom Bett. "Ich komme zurück."
Mika wartete, traute sich nicht mal, sich selbst an den Hals zu fassen.

Sie ging zu ihrem Schreibtisch, kam mit einer hochwertigen Spiegelreflex zurück.
"Ich fotografier's, damit du es dir ansehen kannst."
Ein Nicken und er drehte sich.
Sie handtierte erst mit dem Blitz, dann mit der Stehlampe. Mika hatte die nackten, langen Beine die ganze Zeit vor Augen.
Das T-Shirt ging mit zu den Oberschenkeln, bedeckte den Slip gut eine Handbreit, dann aber war die glatte Haut zu sehen.
Er machte die Augen zu.
"Hier"; meinte sie schließlich, hielt ihm die Kamera mit dem Display nach oben hin, während sie sich auf die Matratze sinken ließ.
Er schaute.
Er sah rosige Haut.
Und den kleinen Hubbel einer Kruste.
"Und warum soll das jetzt so eine Reaktion hervorrufen? Es gibt dafür keine logische Erklärung." Verdammt.
Es wäre vielleicht gut, das auf dem Bildschirm anzusehen.
"Schauen wir uns das mal in groß an, ja?"
"Okay..."
Sie stand auf, fuhr ihren Rechner hoch.
Er fuhr sich mit einer Hand übers Gesicht, versuchte wacher und weniger erregt zu werden.
Es tat rein ... biologisch nicht gut, dass Divo zwar ein Freak war, aber hübsche Waden hatte.
Er sah hoch zu ihrem Gesicht.
Es wurde blau beleuchtet vom Bildschirm.
"Es tut mir leid, wenn ich dich... grade so durcheinander gebracht habe, mit meinem Verhalten."
Sie nickte nur.
Es wirkte so, bei diesem Licht, als hätte sie eine tiefe Falte neben dem Mundwinkel.
Er presste die Lippen zusammen, wartete.
"Da", meinte sie dann, trat vom Rechner zurück.
Er stand auf, kam näher um sich das anzusehen.
Es war auf dem ganzen (großen) Bildschirm, ließ sich jedoch noch vergrößern.
Er guckte eben, klickte Größer.
Es zeigte sich ein leichter, rötlicher Kranz um die Kruste - und er bemerkte eine zweite Stelle. Sie war fast unsichtbar, aber die Zellstruktur, in dieser Vergrößerung, war dort verändert. Als wäre dort eine Narbe.
Mika überlegte, ob ihm dazu was medizinisches einfiel.
Er konnte sich nicht daran erinner, dort eine Wunde gehabt zu haben.
Sehr angestrengt sah er auf den Bildschirm. Das gab alles keinen Sinn.
"Findest du was?", meinte sie, hatte sich wieder aufs Bett gehockt.
"Das eine sieht aus wie ein Stich und dann ist da noch eine sehr kleine alte Narbe, die ich nicht zuordnen kann. Nichts, was Sinn ergäbe."
"Ich hab keine Narbe gesehen."
"Da." Er zeigte es auf dem Bildschirm.
Sie kam wieder zu ihm, guckte, sah sich dann seinen Hals an.
Er ließ sie.
"Jetzt seh ich es."
Er konnte schlecht abschätzen, wie weit die beiden Male auseinander waren. "Wie weit sind die auseinander?"
Sie deutete an, wie weit.
Er runzelte die Stirn. "Ich habe nicht die leiseste Ahnung, was das sein könnte. Ein Mückenstich, ein Pickel... aber warum diese Reaktion?"
"Vielleicht ist da was unter der Haut, ein Depot oder so was."
"Ein Depot? Mit Drogen? Ich hielte ja sogar das für möglich, aber so schnell wie die Berührung da wirkt..."
Divo ging wieder zum Bett, setzte sich darauf.
Auch Mika kam wieder zu ihr, setzte sich da hin. "Ich hatte gehofft, die Rätselei hätte ein Ende", seufzte er.
"Es würde aber die Theorie mit den Drogen unterstützen."
Er nickte. "Das stimmt. Aber... warum sollte mir jemand was... spritzen, was derartig wirkt?"
"Naja ... um dich gefügig zu machen?" meinte sie mit neutraler Stimme.
Blass war auch was, was Mika konnte.
"Nur ... du hättest es gemerkt."
"Sicher?", fragte er.
"Klar. Wenn man dich penetriert hätte, das erste Mal zudem, dann hättest du das sofort gemerkt, nicht mal erst beim ersten Toilettengang. Und man fühlt sich einfach nach Sex anders. Und du hast dich ganz normal gefühlt, als du wieder da warst."
Und wieder wechselte es nach rot, er nickte nur.
Divo sagte nichts, hatte die Arme um die angezogenen Knie gelegt und die Hände verschränkt.
"Alles okay?", fragte Mika nach einem Moment des Grübelns, sah sie an.
"Klar."
"Du siehst nicht nach 'klar' aus."
Sie zuckte die Schulter. "Ist schon okay. Doch."
Er war sehr untypisch penetrant, legte die Hand auf ihre, sah sie ernst an.
Sie sah ihn an, lächelte schräg.
"Ich versteh es ja. Es war nur ... schön."
"Fand ich auch", murmelte er, klang unsicher dabei.
"Es ist ... weil du dich aufsparen willst, ja?"
"Naja, was heißt aufsparen... ich hatte einfach nie Interesse. Oder... bin zu schüchtern? Ich weiß es nicht. Es hat keine Rolle in meinem Leben gespielt. Ich war nie der flirtige Typ."
"Und auf dich ist nie jemand zugekommen?"
Er wog den Kopf. "Nicht 'nie', aber ich glaube, ich war immer passiv genug, als dass ich völliges Desinteresse ausstrahlte. Auch wenns nicht mal so war."
Divo nickte. "Du bist total nicht hässlich."
"Total..." Er brauchte eine Sekunde, lächelte dann, verlegen. "Danke", murmelte er.
Sie nickte nur.
Mika überlegte sehr, was er jetzt sagen sollte. Auch ein Kompliment machen? Wenn ja, was für eins? Oder war das albern? So lange, bis es wirklich peinlich wäre, noch was zu sagen.
"Lass uns was frühstücken", meinte sie, erhob sich graziös.
Enttäuscht von sich und seinem Mangel an Kenntnis was diese Dinge anging nickte er und stand mit ihr auf.
Sie ging bis zur Tür, stockte - und ging dann zu ihrem Handy.
Richtig, es hatte ja jemand angerufen.
"Annika", meinte sie verwundert, trug Handy und zertrampeltes Herz in die Küche, während sie zurückrief.
Mika schlich hinterher.
Divo ließ das Handy fallen.
Was Mika zusammenzucken ließ. "Was ist?", fragte er erschrocken, bückte sich nach dem Handy.
"Hallo?" Hörte er eine Männerstimme.
Er reagierte darauf erstmal nicht, berührte Divo am Arm. "Divo, was ist los?", fragte er noch mal.
"Mordkommission..."; wisperte sie.
Das war... nicht gut. Gar nicht gut. "Soll ich?", fragte er.
Sie nickte.
Er hielt sich das Handy ans Ohr. "Hallo. Hier spricht Mika Vallgren, ich bin ein Mitbewohner."
"Dan Yard. Mordkommission London."
"Guten Morgen. Worum geht es?"
"Ich verfolge die Anrufe des Handys von Miss Sandhurst. Ich möchte gerne ... Divo sprechen."
"Geht es Miss Sandhurst gut?", fragte er, möglichst neutral. Vermutlich nicht, aber... man fragte beser mal.
"Sie wurde ermordet Sir."
Er atmete durch. "W-wann?", fragte er.
Egal ob er es war oder nicht, er wäre auf jeden Fall einer der Hauptverdächtigen.
Morgen... morgen würde sein Studium hier losgehen. Ihm war so schlecht.
"Die Mediziner arbeiten daran. In der Nacht von Freitag auf Samstag, soviel können wir schon sagen."
"Moment." Er sah Divo an. "Annika ist tot. Ermordet. Freitag Nacht."
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